Das perfekte Bild für Ihren Samsung TV

Das perfekte Bild für Ihren Samsung TV

Auf der Suche nach dem perfekten Bild stößt man immer wieder auf lange Listen von Bildeinstellungen, die besonders gut für das eigene Modell passen sollen. Doch Erklärungen, was die einzelne Bildeinstellung überhaupt bewirkt, findet man nur selten. Zudem fällt auf, dass verschiedene Leute und Websites teilweise recht unterschiedliche Einstellungen für ein und dasselbe Modell empfehlen.



Nun, dies vorweg: Für das perfekte Bild - oder besser gesagt, das am besten der Norm entsprechende Bild, was man mit dem bestimmten Fernseher erreichen kann - bräuchte man die Hilfe eines Colorimeters (ein Gerät zur Kalibrierung) sowie Erfahrung im Umgang damit. Hat man damit die perfekten Einstellungen getätigt, gelten diese aber auch nur für dieses eine Gerät. Durch die Toleranzen im Samsung-Werk (Serienstreuung) kann man davon ausgehen, dass kein Fernseher exakt wie der andere ist, auch wenn es das gleiche Modell ist.

Somit hat sich die Idealvorstellung, ein perfektes Bild durch das übernehmen einer kompletten Einstellungsliste zu erhalten, eigentlich schon erledigt. Solche Listen können höchstens Anhaltspunkte geben, wohin die Richtung gehen sollte. Sie sind jedoch nicht 1:1 auf jedes andere Gerät des gleichen Modells übertragbar. Sonst bräuchte man ja jedes Modell nur einmal professionell ausmessen und dann hätte man für alle baugleichen Geräte die perfekten Einstellungen. Das wäre nur möglich, wenn alle Geräte bei Samsung schon mit sehr engen Toleranzen vorkalibriert werden, damit man einen genau definierten Ausgangspunkt hat. Dies ist aber nicht der Fall, die Toleranzen im Werk sind relativ hoch, und somit hat man Serienschwankungen.

Bei verschiedenen Modellen und auch bei den verschiedenen Diagonalen eines Modells gibt es noch größere Abweichungen, da dort Panels verschiedener Hersteller verbaut werden. Diese können gar nicht auf einen Nenner gebracht werden. Was auf Websites teilweise an angeblich für alle Diagonalen eines Modells gültigen Settings aufgelistet wird, passt in der Realität nur genau für das eine spezifische Gerät, was zum Test vorlag. Aber nicht für alle baugleichen Geräte und erst recht nicht für unterschiedliche Panelgrößen.

Und Einstellungen, die weder per Kalibrierung noch mit geeignetem Testmaterial erreicht wurden, sollte man mit einiger Skepsis begegnen. Oft wurde dort irgendwie herumprobiert bzw. komplett auf eigene Vorlieben und Sehgewohnheiten eingestellt. Also nicht für eine neutrale Darstellung, sondern für richtig viel "Pepp" im Bild, unwissend, was das eigentlich mit den Bildinformationen anrichtet. Warum sollte man also solche "Amateur-Einstellungen" übernehmen wollen?

Man sieht schon, mit fertigen Einstellungslisten kommt man nicht weit. Das Ziel muss sein, die Einstellungen in ihren Auswirkungen zu verstehen. Erst dann hat man am eigenen Gerät alle Möglichkeiten, das Bild sinnvoll zu verbessern.

Um das Bild am eigenen Fernseher gut beurteilen zu können, braucht man zudem geeignetes Testmaterial. Ein Bild einfach so einzustellen, während ein Spielfilm läuft, ist gar keine gute Idee. Eine damit erreichte Einstellung ist schlimmstenfalls total für die Katz. Aber warum ist das so?

Nun, bei den meisten Filmen wurden im Nachhinein die Farben, ihre Helligkeit und Sättigung etc. bearbeitet, um auf einen bestimmten Look zu kommen. Im Zeitalter des analogen Films, also mit richtigen Filmrollen, wurde dies mittels Beleuchtung am Set und verschiedenen Kameralinsen und -filtern gemacht, bzw. später bei der Filmentwicklung, wo man noch die Farbkanäle und die Helligkeit beeinflussen konnte (Letzteres nannte sich "Color Timing"). Mittlerweile kann man das Bild digital in jeder beliebigen Hinsicht verfremden. Es geht dabei nicht um CGI (computergenerierte Bilder), sondern um das nachträgliche Verändern des aufgenommenen Materials, also das Verändern des Looks. Für diese digitale Nachbearbeitung hat sich der Begriff "Color Correction" etabliert. Da die Farbkorrektur nur zu künstlerischen Zwecken erfolgt und nachher nichts wirklich korrekt sein muss, wird dies alternativ Color Grading genannt.

Gleich der erste Film, der digital nachbearbeitet wurde, ist ein schönes Beispiel: "O Brother, Where Art Thou?" (2000). Der Himmel wurde im normalen Blau gehalten, aber alle anderen Farben wurden fast komplett entsättigt. Jedes Frame (Einzelbild) wurde also selektiv per Color Correction nachbearbeitet. Es sollte offensichtlich sein, dass man anhand dessen keine Bildeinstellungen am Fernseher vornehmen kann. Man hat überhaupt keinen neutralen Anhaltspunkt, was die korrekte Darstellung ist.

Heute bekommt eigentlich jeder Kinofilm je nach Szene (oder auch durchgehend) einen bestimmten Look verpasst, der manchmal auch ziemlich unnatürlich sein kann. Beispiele sieht man zuhauf, hier mal ein extremes: Trailer: "Black Hawk Down" (2001). Aber nicht nur Kinofilme, nein, auch Serien, Dokumentationen usw. werden gerne nochmal per Color Correction nachbearbeitet. Einfach mal auf Youtube nach "Colorist Showreel" suchen, dort gibt es einige Vorher/Nachher-Videos.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was man braucht, um das Bild beurteilen und einstellen zu können, ist neutrales Testmaterial. Es gibt kostenlose Testbilder und Testvideos, mit denen man prima Resultate erlangen kann. Testmaterial ist TV-Sendungen und Filmen grundsätzlich überlegen, wenn es um die Beurteilung des Bildes geht.

Es geht immer um ein möglichst naturgetreues Bild. Dieses ist in Normen und Empfehlungen recht genau festgelegt, sonst könnte man ja zum Beispiel auch nicht auf ein bestimmtes Ziel hin kalibrieren. Dieses natürliche Bild mag im ersten Moment ein wenig enttäuschend aussehen, wenn man ein poppiges Bild gewohnt ist, wie man es z.B. im Elektronikladen zu sehen bekommt. Aber diese Fernseher im Laden sind sehr aggressiv eingestellt. Das Bild hat mit einer normgerechten, natürlichen Darstellung oft recht wenig zu tun. Daher nicht gleich verzweifeln, und dem neuen natürlichen Bild einfach mal eine Chance geben. Man kann sich an alles gewöhnen, auch an viel zu knallige Einstellungen, so dass objektiv bessere Settings einem dann womöglich zuerst schlechter erscheinen.

Manche Samsung-Modelle sehen, wenn die meisten "Bildverbesserer" ausgeschaltet sind, tatsächlich erstmal ernüchternd aus. Man sieht zum ersten Mal, was das reine Panel eigentlich für eine Bildqualität hat, wenn man auch wirklich alle Bilddetails erhalten und nicht den Bildverbesserern opfern möchte. Ist man damit auch nach einiger Gewöhnungszeit absolut nicht zufrieden, hat man vielleicht den falschen Fernseher gekauft, oder man muss Kompromisse bei den Einstellungen eingehen.

SAMSUNG-EINSTELLUNGEN


Grundsätzlich ist es so, dass sich die meisten Einstellungen bei Samsung-Fernsehern gleich verhalten. Es hat sich über mehrere Samsung-Generationen hinweg nur wenig geändert, der Großteil der Einstellungen ist seit der A-Serie von 2008 ziemlich ähnlich geblieben. Ab der M-/Q-Serie (2017) gab es einige Änderungen, auf die aber eingegangen wird.

Wichtig: Vor dem genauen Einstellen den Fernseher mindestens 15 Minuten aufwärmen lassen. In dieser Zeit kann sich das Bild noch leicht ändern. Einstellungen immer frontal vor dem TV sitzend vornehmen. Von der Seite oder von oben/unten gesehen hellt sich das Bild auf und der Kontrast nimmt ab, da kann man nicht vernünftig einstellen.

Einige Einstellungen wie Hintergrundbeleuchtung, Motion Plus usw. sind zum Teil Geschmackssache. Aber auch hier helfen die Hinweise hoffentlich weiter.

Zudem setzen einige Empfehlungen voraus, dass der Fernseher auch bei den restlichen Einstellungen schon weitgehend korrekt eingestellt ist, denn einige Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig. Dies sollte man bedenken, um eine bestimmte Einstellung nicht vorschnell als schlecht abzutun.


BILD


Bildmodus - Film


Egal welchen professionellen Test man liest, es wird immer "Film" empfohlen. Dank neutraler Grundabstimmung und erweiterter Einstellmöglichkeiten kann man damit das natürlichste Bild erreichen. Auch jede Kalibrierung per Colorimeter erfolgt grundsätzlich im Film-Modus. Dort sind zwar Bildverbesserer wie dynamischer Kontrast nicht aktiv, dafür hat man viel mehr Möglichkeiten, das Bild normgerecht einzustellen. Der In-Bild-Kontrast ist zudem viel wichtiger als ein dynamischer Kontrast. Einige der weiteren Einstellungen setzen zwingend Bildmodus Film voraus. Dies ist mit die wichtigste änderung!


Hintergrundbeleuchtung - nach Belieben


Bei der maximalen Bildhelligkeit gibt es recht große Unterschiede, je nach Modell und Panelgröße. Beim einen Modell braucht man für die gleiche Bildhelligkeit eine höhere Einstellung, beim anderen Modell eine niedrigere. Man legt damit die Bildhelligkeit für tagsüber fest, also bei viel Umgebungslicht. Das Bild sollte hell genug sein, aber gleichzeitig angenehm für die Augen. Für Abends/Nachts benutzt man die Einstellung Öko-Sensor bzw. Umgebungslichterkennung.


System / Allgemein > Öko-Lösung > Öko-Sensor/Umgebungslichterkennung - Ein


"Minimale Hintergrundbeleuchtung" auf zwei oder mehr Stufen unter den Wert für Hintergrundbeleuchtung stellen, dann reagiert der Fernseher auf unterschiedliche Raumhelligkeiten (den sprichwörtlichen Unterschied wie Tag und Nacht). Wird es dunkler im Zimmer, regelt sich die Hintergrundbeleuchtung selbstständig langsam herunter, bis hin zum vorgegebenen minimalen Wert. Dadurch hat man auch Abends bei schummriger Fernsehbeleuchtung ein angenehmes Bild, was nicht blendet. "Energiesparmodus" und "Bewegungsgesteuerte Beleuchtung" deaktivieren. Aufgepasst: Öko-Sensor/Umgebungslichterkennung kann sich je nach Modellserie unbemerkt deaktivieren, wenn man "Hintergrundbeleuchtung" verstellt.


Kontrast - auf Standard lassen. Ist ab Werk nahezu optimal eingestellt.


"Kontrast" beeinflusst den oberen Helligkeitsbereich bzw. den Weißpegel. Das ist aber verglichen mit "Helligkeit" (unterer Helligkeitsbereich bzw. Schwarzwert) die unwichtigere Einstellung. Es gibt zwar Testmaterial für den Weißpegel wie das "White Clipping"-Video von den AVS-Testvideos, aber erkennt man dort Abstufungen über dem Referenzweiß, ist dies bei Samsung-TVs nicht weiter schlimm. Diese "Highlights" oder "whiter than white"-Bereiche kann man ohne Probleme zulassen. Empfehlung: Nicht ändern. Da sich auch andere Einstellungen auf Kontrast und Helligkeit auswirken, sollte man diese wenn, dann erst am Ende feinjustieren.


Helligkeit - auf Standard lassen. Ist ab Werk nahezu optimal eingestellt.


Hinter "Helligkeit" könnte man eine Regelung der Bildhelligkeit vermuten. Aber es ist, so wie es bei Sony auch genannt wird, der Schwarzwert-Regler. Man stellt damit den unteren Helligkeitsbereich so ein, dass alle dunklen Details sichtbar sind, aber nicht aufgehellt werden. Da hier die Werkseinstellung oft schon passt, muss man sie nicht zwingend verändern. Die eigentliche Bildhelligkeitsregelung macht man komplett mit "Hintergrundbeleuchtung", wie oben erklärt kombiniert mit "Öko-Sensor".

Beispiele:
Helligkeit optimal, Abstufungen bis Referenzschwarz erkennbar:


Helligkeit zu hoch, unterste Abstufungen zu hell:


Helligkeit zu niedrig, unterste Abstufungen nicht mehr erkennbar:


Das Auge ist im dunklen Bereich am empfindlichsten, darum ist diese Einstellung wichtiger als "Kontrast". Die Bildverbesserer (Schwarzton, Optimalkontrast) müssen dafür ausgeschaltet sein, weil diese die unteren Helligkeitsbereiche verschlucken. Das verwendete Testvideo ist "Black Clipping" vom AVS-Testmaterial, womit man diese Einstellung feinjustieren kann, bei aufgewärmtem TV und frontal davor sitzend. Mehr als ein bis drei Schritte hoch oder runter sind aber selten nötig, daher kann man es auch auf dem Standardwert lassen.


Schärfe - relativ niedrig einstellen, 0-20


Je nach Modell kann man schon ab Schärfe 20 bei Full-HD-Material ein überschärfen feststellen, es hält sich aber noch im Rahmen. Darüber hinaus nehmen die negativen Effekte meist überhand. In SD ist es weniger ausgeprägt.

Beispiele:

Schärfe 9 mit Full HD Testvideo, leichtes Nachschärfen, ohne zu überschärfen:


Schärfe 40 mit Full HD Testvideo, Überschärfen an allen kontrastreichen Kanten, mit weißen Schatten:


Bitte beachten, diese Fotos sind nicht als objektiver Schärfe-Vergleich gedacht, sondern dazu, die negativen Auswirkungen von zu hohen Schärfe-Einstellungen aufzuzeigen (überschärfungs-"Ringing" an harten Kanten, z.B. an den Schultern der Models). Einen richtigen Schärfe-Vergleich kann man selber mit Testmaterial durchführen, meine Kamera gibt das nicht her, die Aufnahmen sind auch nicht genau gleich scharf geraten. Zudem ist Schärfe auch Geschmackssache. Einfach mal von Schärfe 0 bis 20 testen. Ab den 2018er-Modellen (N/QN-Serie) arbeitet der Regler noch aggressiver, besonders im Spielemodus, dort sehr niedrig bleiben.

Das Testvideo "5-Sharpness & Overscan" (AVS-Testmaterial) ist gut geeignet, dort erkennt man an den seitlichen Rändern der markierten Balken je nach Einstellung weiße überschärfungsschatten bzw. Doppelkonturen. Anfangs mal Schärfe richtig hochdrehen zeigt gut, wonach man schauen muss.



Sobald man von nahem betrachtet erste Doppelkonturen erahnt, steht Schärfe schon zu hoch.

Farbe - auf Standard lassen. Ist ab Werk nahezu optimal eingestellt.



Farbton G/R - auf Standard lassen. Ist ab Werk nahezu optimal eingestellt.



Bildformat


Bei Empfang über den internen Tuner:
"16:9" -> "Autom. Breit"
"4:3 Bildschirmgr." -> "4:3"

älteres Modell:
"Bildanpassung" auswählen.

Ab K-Serie (2016):
Benutzerdefiniert + An Bildschirm anpassen: Ein

Bei externen HDMI-Zuspielern und bei CI+ Modul bei verschlüsselten Sendern:
Optionen wie oben einstellen, das verhindert den sogenannten Overscan (Abschneiden von Bildrändern).



Die Bildanpassung ist für den internen Tuner ausgegraut. Somit ist dort ein Overscan aktiv, was die eh nicht gute Schärfe von SD-Sendern nochmals verschlechtert. Immerhin erfolgt bei FullHD/UHD-Inhalten kein Overscan. TVs anderer Hersteller machen zwar auch Overscan, nur kann man es dort meist generell abschalten.


BILD, Erweiterte Einstellungen


Optimalkontrast / Kontrastverbesserung - Aus


Beispiele:
Optimalkontrast Aus, alle Details erkennbar:


Optimalkontrast Mittel, dunklere Details werden verschluckt, man achte auf die Haare links neben der Auswahlbox:


Die Farbunterschiede kommen übrigens von der Kamera und haben nichts mit der Einstellung zu tun.

Optimalkontrast bzw. Kontrastverbesserung macht eine statische Bildnachbearbeitung, die nur bei manchen Inhalten funktioniert, bei anderen Inhalten aber zu einer über- oder Unterbelichtung ohne verbesserten Kontrasteindruck führt. Dabei können Bilddetails verloren gehen. Eher ganz auslassen.


Schwarzton - Aus


Schwarzton lässt dunkle Details ins Schwarze "absaufen".

Beispiele:

Schwarzton Aus, alle Details erkennbar:


Schwarzton Dunkel, dunkle Details verschwinden, wieder zu sehen an den dunklen Haarbereichen:


Die Fotos sind nicht optimal geworden, aber die Auswirkungen sind ähnlich wie bei Optimalkontrast. Die beiden Optionen sehen auf den ersten Blick besser aus, sind aber nur ein Kompromiss. Denn wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass im Gegenzug Bildinformationen verloren gehen, besonders, wenn man beide gleichzeitig einschaltet. Dies ist gut mit dunklen Szenen überprüfbar, in denen feine Details erkennbar sind, bzw. man spielt das Video "APL Clipping" vom AVS HD 709 Testmaterial via USB ab. Dort schluckt Optimalkontrast pro Stufe 1-2 Balken der untersten Helligkeiten, Schwarzton sogar 2-3 pro Stufe. In Kombination werden bis zu zehn der dunkelsten Balken komplett Schwarz, man verliert alle Schattendetails! Entweder lässt man beide Optionen aus, um alle Schattendetails zu erhalten, oder man aktiviert eine auf niedriger Stufe. Auf hoher Stufe und in Kombination opfert man zu viele Details.


Hautton - auf 0 lassen, besser Weißabgleich vornehmen.



Nur RGB-Modus - Wird nur für spezielles Testmaterial benötigt.



Farbraum - Auto


Normale Modelle: Das Farbraum-Setting "Nativ" hat teilweise knalligere Farben als "Auto", geht aber über den TV-Produktions-Farbraum hinaus. Das bedeutet, einige Farben (vor allem Orangetöne) werden zu intensiv und entsprechen nicht mehr der Norm. Die korrektere Einstellung "Auto" hat im Vergleich zu "Nativ" etwas flauere Farben. Dieses kann man bei "Farbton" ausgleichen, indem man dort eine wärmere Einstellung wählt. Je nach Samsung-Modell bzw. je nach verbautem Panel kann es allerdings sein, dass bei Farbton "Warm1" oder "Warm2" graue und weiße Flächen einen Farbstich bekommen. Diesen regelt man aber dann im Weißabgleich einfach wieder heraus. Ziel dabei ist es, ein reines Weiß zu bekommen, bei natürlichen Farben.

Nimmt man keinen Weißabgleich vor, erlangt man manchmal mit Farbraum "Nativ" und einem kühleren Farbton-Setting ein Bild ohne Farbstich im Weiß. Aber ich empfehle stattdessen die Einstellung Farbraum "Auto" und Farbton Warm1/2, ggf. mit Weißabgleich. Das hat den Vorteil, dass die Farben damit insgesamt meist weitaus besser der Norm entsprechen (D65 Weißpunkt, Farbtemperatur 6500K) als mit Farbraum Nativ und kühlerem Farbton!

Die Modelle mit Quantum-Dots-Paneltechnologie, also JS (2015), KS (2016), MU7+/Q (2017), NU8+/QN (2018) und die 2019er QLEDs, können einen größeren Farbraum namens DCI P3 darstellen. Das ist für UHD Blu-rays, UHD-Streams und neue UHD/HDR-Konsolenspiele gedacht, welche die größere Farbenpracht beinhalten (für Profis: im Rec. 2020-Container). Alles bisherige Material, von TV über DVDs zu normalen Blu-rays, ist im herkömmlichen, kleineren Farbraum Rec. 709 gemastert. Mit Farbraum "Auto" werden die Farben für herkömmliche Inhalte auf die bisherige Norm eingeschränkt und die Darstellung bleibt natürlicher. Bei Material, was den erweiterten Farbraum erhält, sollte mit "Auto" ab den KS-Modellen automatisch umgeschaltet werden. Mit "Nativ" wird die Farbraumerweiterung hingegen auch für herkömmliches Material forciert, was bestimmte Farbtöne knalliger macht. Je nach Modell kann das gut aussehen, oder es wirkt übertrieben.

Farbraum "Benutzerdefiniert" ist gut für die Kalibrierung per Colorimeter, damit kann man die Farben genauer auf die Sollwerte einstellen.


Weißabgleich - 2 Punkte Weißabgleich


Der Weißabgleich entfernt Farbstiche aus Weiß und den Grautönen. Weiß, Grau und Schwarz sind nämlich unbunte Farben. Das bedeutet, sie unterscheiden sich nur in der Helligkeit. Farbstiche im Weiß und Grau sollte man daher per Weißabgleich herausregeln. Man stellt ihn ein, nachdem man Farbraum + Farbton ausgewählt hat; üblicherweise auf "Auto" + "Warm1"/"Warm2", denn dies sind die normgerechtesten Einstellungen. Der damit meist nötige Weißabgleich ist auch nicht so kompliziert, wie man vielleicht denkt. Innerhalb recht kurzer Zeit kann man brauchbare Resultate erhalten. Und im Gegensatz zu Korrekturen mittels "Farbton G/R", "Hautton" usw. handelt man sich damit auch keine anderen Bildprobleme ein.

Für eine möglichst neutrale Darstellung sollte man sich die Zeit nehmen und den 2P-Weißabgleich machen, ausgehend von Farbton Warm1 oder Warm2. Ohne Weißabgleich ist man auf die vier Samsung-Voreinstellungen beschränkt, und hat meist entweder eine zu kalte Farbwiedergabe oder einen Farbstich im Weiß.

Ein Farbstich resultiert aus einer ungleichmäßigen Farbbalance: Die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau sind bei verschiedenen Helligkeiten ab Werk unterschiedlich intensiv, auch mit ansonsten normgerechten Einstellungen. Dagegen wirkt der Weißabgleich.

Samsung bietet zwei Möglichkeiten: Den 2-Punkte- (2P) und den 10-Punkte-Weißabgleich (10P). Den 10P-Abgleich sollte man Leuten mit Colorimeter oder sehr viel Erfahrung überlassen. Dieser beeinflusst nämlich die RGB-Balance in zu feinen Abständen. Das Einstellen per Augenmaß ist dadurch sehr schwierig, denn man kann nicht mehr gut erkennen, was man gerade einstellt.

Aber es gibt ja den 2P-Weißabgleich, auf den wir uns hier beschränken wollen. Er beeinflusst nur zwei Helligkeitsbereiche, den dunklen Bereich (Offset) und den hellen Bereich (Gain), jeweils getrennt für die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau. Die änderungen im hellen Gain-Bereich sind besser sichtbar, deshalb konzentriert man sich vorrangig darauf. Außerdem vorrangig im Rot- und Blau-Kanal einstellen, da die Grün-Regelung Nebenwirkungen haben kann. Somit sind im 2P-Weißabgleich von den eigentlich sechs Möglichkeiten erstmal nur zwei von besonderem Interesse: "R-Gain" und "B-Gain".

Wie geht man nun vor? Erstmal benötigt man ein geeignetes Testbild, was man zur Einstellung aufruft. Und zwar das "First Check"-Bild von den Links unten in diesem Post: Eine Portraitaufnahme vor reinweißem Hintergrund. Dann mal probeweise das R-Gain etwas verändern, und sich mit verändertem R-Gain an das B-Gain begeben. Denn oft ist eine Kombination von Veränderungen nötig. Muss man R-Gain auch nicht zwingend absenken, um einen Rotstich zu entfernen, manchmal hilft auch, dass man z.B. B-Gain anhebt. Also darf man sich nicht irritieren lassen, wenn eine änderung erstmal etwas in die falsche Richtung geht. Man muss die passende Kombination herausfinden, womit das Weiß keinen Farbstich aufweist und die Hauttöne trotzdem natürlich bleiben. Man könnte auch im Offset-Bereich regeln, falls dunklere Grautöne einen Farbstich haben. Wichtiger sind jedoch normalerweise die richtigen Korrekturen im Gain-Bereich.

Bei den Gain-Korrekturen sollte man es nicht übertreiben. Erstmal nur +/- 10 probieren und schauen, was sich am Bild verändert, maximal +15. Bei allzu großen Anhebungen kann es nämlich zum übersteuern der Farben kommen, die vollen Sättigungsstufen der Farben sind dann nicht mehr unterscheidbar. Wenn man sehr extreme Korrekturen brauchen würde, um ein reines Weiß zu bekommen, sollte man besser erstmal eine andere "Farbton"-Einstellung wählen (Warm1 statt Warm2).

Bei einigen Modellen stehen übrigens alle Regler auf +25. Man geht dort genauso vor, aber eben mit 25 als Nullstellung.

Also: Einfach mal R-Gain hin- und herstellen und schauen, wo es tendenziell besser wird (Weiß verliert den Farbstich, Portraits bleiben natürlich). Dann B-Gain. Und zuletzt wenn nötig G-Gain, dort aber nur wenig ändern. Jetzt nochmal nacheinander justieren und sich langsam an das Optimum herantasten.

Beispiel eines Weißabgleichs (UE55H6290 mit AUO-Panel, Farbraum Auto, Farbton Warm1):


Das ist wirklich nur ein Beispiel, diese Einstellungen gelten natürlich nicht universell. Aber immer gilt, verschwindet der Farbstich und wird Weiß wieder richtig Weiß, ist man auf dem richtigen Weg (ein leicht warmes Weiß ist zur Not auch noch vertretbar). Und immer darauf achten, dass die beiden Damen auf dem Testbild dabei keine ungesunde Gesichtsfarbe oder hochrote Köpfe bekommen. Mit etwas Probieren kommt man zum Ziel.

Warum keine Weißabgleichs-Werte aus dem Internet übernehmen? Nun, die nötigen Korrekturen hängen auch von einigen anderen Einstellungen ab, z.B. Bildmodus, Farbe, Farbton G/R, Farbraum, Farbton. übernimmt man Weißabgleichs-Werte, müsste man zwingend auch diese sonstigen Einstellungen übernehmen, ansonsten passt der Weißabgleich prinzipiell nicht. Aber eine "magische Liste" mit Einstellungen, wo man nachher nichts mehr ändern müsste, ist eine Illusion. Mit übernommen Werten biegt man das Bild in irgendeine Richtung. Im ungünstigen Fall, wenn sich die Panels unterscheiden oder die Serienstreuung etwas größer war, könnte man den Weißabgleich genauso gut auswürfeln.

Man kann sich durchaus über kalibrierte Werte austauschen, so kann man manchmal schon gewisse Tendenzen erkennen. Konkrete Werte z.B. des 10P-Weißabgleichs zu übernehmen macht jedoch keinen Sinn. Es ist besser, man hält sich an den 2P-Abgleich. Ein per Augenmaß eingestellter Weißabgleich ist allemal besser als ein blind übernommener Weißabgleich eines fremden Geräts.

Sofern das unbunte Weiß/Grau einen Farbstich hat (Rotstich, Grünstich etc.), ist der Weißabgleich das beste Gegenmittel, und ist Behelfskorrekturen mittels Einstellungen wie "Farbe", "Hautton" usw. vorzuziehen.


Gamma



Samung hat das Gamma bis zur 2016er K-Serie auf 2.2 optimiert, für TV-Betrieb (besonders Abends bei wenig Beleuchtung) ist allerdings 2.4 vorteilhaft. Die Einstellung arbeitet verkehrt herum und beeinflusst die Nachkommastelle. Um das Gamma zu erhöhen, muss man also Negativwerte einstellen. Gamma -1 oder -2 ist daher die korrekte Richtung. Stellt man positive Werte ein, wird das Bild verwaschen und vom Kontrast her flach. Negativwerte machen es knackiger und weniger ausgewaschen. -2 ist gut, aber dann auch das Maximum, bei -3 verschwinden meist schon dunkle Schattendetails und man ginge wieder über das empfohlene Gamma hinaus.

Ab 2017 (M/N/Q/QN-Serie) nutzt Samsung oft schon ein nahe 2.4 verlaufendes Gamma, vor allem in den unteren Helligkeiten. Stellt man Gamma dann auf -1 oder -2, könnten dunkelste Bilddetails endgültig verloren gehen und im Schwarz versinken. Dort also im Zweifel keine Negativwerte verwenden.

Das Bild kann man damit gerade bei älteren Modellen ruhig etwas knackiger einstellen, aber man sollte immer schauen, dass man keine Schattendetails verliert.


BILD, Bildoptionen




Farbton - Warm2, evtl. Warm1


Die am ehesten der Norm entsprechende Einstellung ist normalerweise Farbton Warm2 (kombiniert mit Farbraum "Auto", s.o.). Damit kann es je nach Modell zu einer Farbtönung bzw. Farbstich bei Weiß und Grau kommen, was man dann mittels Weißabgleich wieder herausregelt. Dafür muss man zwar etwas tüfteln, es ist aber auch kein Hexenwerk, und das Endresultat ist den Aufwand wert. Hat man mit Warm2 keinen großen Rotstich, ist es die beste Wahl. Hat man dort aber einen sehr ausgeprägten Farbstich, kann man den Weißabgleich auch von Warm1 aus vornehmen, damit die nötigen Korrekturen nicht zu groß ausfallen.


Digital aufbereiten / Digital Clean View - Aus, evtl. Gering


Macht das Bild zwar ruhiger, aber etwas unschärfer. Manchmal kann man ein feines Rauschen im Bild erkennen, dies wird hiermit effektiv unterdrückt, allerdings mit leichtem Weichzeichnungseffekt. Will man die maximale Schärfe erhalten, stellt man dies also aus. Selbst bei hochqualitativen Inhalten (Blu-ray etc.) kann ein gröberes Rauschen vorliegen, das sogenannte Filmkorn, das von der Vergrößerung kleiner analoger Filmformate stammt. Das Filmkorn wird nämlich beim Blu-ray-Transfer von älteren Filmen gern absichtlich bewahrt (für ein authentischeres Kinoerlebnis), bzw. es wird bei einigen neuen Filmen und Serien bewusst als visuelles Stilmittel eingesetzt. "The Walking Dead" zum Beispiel wird extra analog auf Super 16 aufgenommen, da man so statt des blitzsauberen Digital-Looks einen typischen alten Horrorfilm-Look mit viel Filmkorn bekommt. Oder es wird, wie z.B. beim Film 300, einfach nachträglich hinzugefügt. In diesen und vielen weiteren Fällen ist das Rauschen also künstlerisch gewollt und sollte nicht etwa mit Digital Aufbereiten "Hoch" entfernt werden.

Ab der K-Serie (2016) gibt es nur noch "Auto" oder "Aus", hier ausschalten. Die Automatik wird bei gewissen Inhalten übereifrig und man verliert feine Details. Ab der N-Serie (2018) kann "Digital aufbereiten" auch Color Banding (grobe Abstufungen in Farbverläufen) reduzieren, aber wie erwähnt mit leichtem Weichzeichnen.


MPEG-Rauschfilter - Aus


Im Grunde versucht man damit, Artefakte zu vermindern, die durch MPEG-Kompression mit zu geringer Bitrate entstehen. Allerdings ist heute die Sendequalität meist hoch genug, so dass der Algorithmus größtenteils ins Leere greift und nur Schärfe kostet. Mit zunehmender Popularität von Streaming-Inhalten, wo die Bitraten oft stark auf Kante genäht sind, sieht man jedoch auch wieder vermehrt Artefakte im Bild, dann kann man es mal testen. Aber für TV, Blu-ray etc. ist es überflüssig.


HDMI-Schwarzpegel (nur bei RGB-Ausgabe von externen Zuspielern per HDMI verfügbar)


Von per HDMI angeschlossenen Geräten wie Player/Konsole wird erwartet, dass sie den sog. eingeschränkten Farbraum ausgeben, oft genannt "RGB begrenzt / TV". So sollte man es wenn möglich da auch einstellen, und dann schauen, ob HDMI-Schwarzpegel dazu passt. Wenn HDMI-Schwarzpegel nicht mit dem ausgegebenen Farbraum des Zuspielers harmoniert, hat man entweder ein ausgewaschenes, zu helles Bild, oder dunkle Bereiche bzw. Schattendetails saufen ab (black crush).

Falsch:

Richtig:

Falsch:

Wie findet man nun die passende Option heraus?

Farbraum - voll vs. eingeschränkt


Mit Farbraum ist diesmal nicht die gleichnamige Samsung-Einstellung gemeint, sondern der Bereich der Helligkeitswerte bei RGB-Ausgabe. Es gibt den vollen Farbraum (Helligkeitswerte 0-255) und den eingeschränkten Farbraum (Helligkeitswerte 16-235). Am PC, also für Bilder usw., wird der volle Farbraum verwendet, für TV und Video hingegen der eingeschränkte Farbraum. Der ausgegebene Farbraum des HDMI-Geräts, sei es Player oder Konsole, muss mit der Einstellung für HDMI-Schwarzpegel harmonieren.

Eine gute Vorgehensweise ist, das Bild erstmal mit dem "First Check Test Pattern" und den "AVS HD 709"-Testvideos per USB-Stick direkt am Samsung einzustellen. Damit umgeht man den Punkt "HDMI-Schwarzpegel", denn dieser ist ja nur für angeschlossene HDMI-Geräte aktiv. Man sollte einmal kurz mit dem "Black Clipping"-Video schauen, dass die Balken ca. ab Stufe 17 blinken (s.o. bei "Helligkeit").

Wenn so alles gut eingestellt wurde, braucht man nachher nur noch schauen, ob der ausgegebene Farbraum des externen Geräts und HDMI-Schwarzpegel zusammenpassen. Mit geübtem Auge sieht man recht schnell, welche Kombination passt (vgl. die drei Bilder). Passt es nicht, dann NICHT über "Helligkeit", "Kontrast" usw. korrigieren, sondern entweder im externen Gerät (Bildausgabe / RGB-Bereich) oder am Samsung (HDMI-Schwarzpegel). Dabei den eingeschränkten Farbraum bevorzugen (also "RGB begrenzt/TV", nicht "RGB voll/PC").


Warum nicht ausschließlich Testbilder z.B. von Burosch benutzen?


Burosch hat sich gedacht, wie können wir eine Einstellung mit Testbildern ermöglichen, wo doch Bilder grundsätzlich den vollen Farbraum benutzen (0-255), wir aber das Bild für Video/TV (16-235) einstellen wollen? Tja, man hat den Bildinhalt samt Beschriftung und Skalen künstlich auf 16-235 eingeschränkt, in der Erwartung, dass die Bilder per HDMI zugespielt werden und der Fernseher sie für die Anzeige wieder aufspreizt. Vom externen Zuspieler per HDMI passt das auch in den meisten Fällen. Denn von dort wird auch meist für Bilder der eingeschränkte Farbraum benutzt, mit 16 = komplett Schwarz und 235 = komplett Weiß. Dann hat man mit den absichtlich auf 16-235 ausgelegten Burosch-Bildern sozusagen eine Video-Simulation und braucht keine teure Blu-Ray mit Testvideos kaufen.

Aber mit dem Stick direkt am Samsung wird für Bilder nicht der eingeschränkte, sondern der volle Farbraum genommen. Dann ist es unmöglich, mit diesen Bildern korrekte Einstellungen zu erreichen. Dies muss man wissen, um nicht falsch einzustellen. Daher verlinke ich unten nur Burosch-Testbilder, welche man ausnahmsweise direkt per USB am Samsung anzeigen kann und die gut für den Weißabgleich geeignet sind.

Denn bei Burosch sind manche Testbilder direkt für den TV via USB ausgelegt, andere wieder nur für externe Zuspieler, das ist inkonsistent und verwirrend. Aber man braucht diese ganzen Bilder auch gar nicht. Die kostenlosen Testvideos aus dem "AVS HD 709"-Download reichen, selbst mit UHD-TV (das Einzige, was sich bei UHD-Auflösung verändert, ist die Schärfe). Bei Testvideos muss man sich eh keine Gedanken machen: Egal ob direkt am Samsung oder vom externen Zuspieler, für Videos wird grundsätzlich der korrekte eingeschränkte Farbraum benutzt. Trotzdem muss bei HDMI-Geräten erstmal grundsätzlich der ausgegebene Farbraum sowie HDMI-Schwarzpegel korrekt stehen.


Filmmodus - Auto2


Nur bei bestimmtem Interlaced-Material verfügbar. Aktiviert die Erkennung für den sogenannten 3:2 Pulldown und wendet dann das passende Deinterlacing an. Unterschiede kann man z.B. im Abspann von Filmen erkennen, wenn die Schrift hochscrollt. Auto2 hat meist das beste Resultat, Auto1 geht auch. Wenn man einen externen Receiver statt des internen Tuners verwendet, kann es sein, dass sich diese Erkennung verhaspelt und Ruckler produziert, dann sollte man sie ausschalten.


Auto Motion Plus - Benutzerdefiniert, Unschärfeminderung 10 / Judder-Minderung 0-10 / "LED Clear Motion" bzw "LED Motion Plus": Aus


Unschärfeminderung (nur mit 100 Hz-Panel verfügbar) kann fast immer auf 10 bleiben, sofern man keine Nebenwirkungen entdeckt. Judder-Minderung beeinflusst die Geschmeidigkeit und Gleichmäßigkeit von Bewegungen, voll aufgedreht führt das zum sogenannten "Soap-Effekt". Viele stellen das nur auf 2 bis 4, das ist aber komplett Geschmackssache. Judder-Minderung 0 hat das gewohnte Kinoruckeln, Judder-Minderung 10 hat butterweiche Bewegungen. Bemerkt man ungewöhnliche Effekte wie sporadisches Ruckeln oder Bildartefakte, kann man auch andere Einstellungen ausprobieren oder eines der Presets wie "Klar" wählen (ab der 2016er K-Serie wurden die Presets leider rausgenommen).

Warum LED Clear Motion aus?


Clear Motion schaltet das Bild zwischen zwei Frames immer kurz schwarz, das macht die Anzeige dunkler und ergibt ein potenzielles Flimmern bei bestimmten Inhalten (besonders heftig mit 50 Hz-Panel). Bei vielen Einstiegs-TVs reichen die Reserven der Hintergrundbeleuchtung nicht, selbst auf Maximum bekommt man das Bild dann nicht hell genug. Sicher, wer ein Modell mit ausreichenden Helligkeitsreserven hat und nirgends Flimmern bemerkt, kann auch Clear Motion nutzen. Ein garantiert flimmerfreies Bild gibt es nur mit Motion Plus (Zwischenbildberechnung) ohne LED Clear Motion (Schwarzbildeinfügung). Zudem hätte man mit Clear Motion höheren Stromverbrauch, da man ja das Bild heller regeln muss.

Warum gibt es diese Optionen?


LCD-basierte Fernseher sind Hold-Type-Displays (ein Frame wird angezeigt bis zum nächsten Frame). Durch diese Erhaltungsdarstellung verschmiert ohne Hilfsmittel wie Motion Plus der Bildinhalt bei Bewegungen ziemlich, das Bild wird also unscharf. Röhrenfernseher und Plasma-TVs kannten dieses Problem nicht, denn sie sind Impulse-Type-Displays: Ein Frame blitzt nur für kurze Zeit auf, für das Auge bleibt alles scharf bei Bewegungen. Mit Motion Plus kann man den LCD-Pixeln "auf die Sprünge helfen", das verbessert wie gesagt die Bewegungsauflösung recht gut und hat nur manchmal das Risiko von Artefakten. Mit LED Clear Motion, einem Unterpunkt von Motion Plus, will man eher wieder so etwas wie die Impuls-Darstellung erreichen, indem man schwarze Frames zwischen jedes Bild-Frame einfügt. Daraus resultiert zwar gute Schärfe bei Bewegungen, aber mit besagten Nachteilen.

übrigens, wenn bei Motion Plus keine Unschärfeminderung verfügbar ist, ist das ein klares Indiz, dass nur ein einfaches 50 Hz-Panel verbaut ist. Der Nachteil gegenüber Modellen mit 100 Hz-Panel ist vor allem eine schlechtere Schärfe bei Kameraschwenks und Bewegungen im Bild. "LED Clear Motion" ist mit 50 Hz-Panel wie gesagt auch keine Lösung (Bild wird zu dunkel und flimmert).


Lokales Dimming / Smart-LED (nur bestimmte Modelle)


Eine Local-Dimming-Funktion der Hintergrundbeleuchtung. Falls verfügbar, sollte man sie nutzen. Wenn Teile des Bildes sehr dunkel bzw. Schwarz sind, verbessert sich damit der Schwarzwert und somit auch der Kontrast, indem für diese dunklen Bereiche die LEDs der Hintergrundbeleuchtung gedimmt werden. Es wirkt auch gut gegen Clouding, da dieses nur bei dunklen Bildinhalten auftritt und die dunklen Bereiche ja hiermit gedimmt werden. Wie gut das Dimming funktioniert, hängt noch davon ab, wo die LEDs platziert sind, d.h. wie viele Zonen seperat gedimmt werden können.

Normalerweise nutzt man "Gering" oder "Standard" für SDR-Inhalte (also Nicht-HDR-Inhalte). Mit "Hoch" geht die Regelung bei SDR in Richtung eines Pseudo-HDR, denn es wird auch mehr von der Spitzenhelligkeit ausgenutzt. Das kann übertrieben wirken und zu Halo-Effekten sowie zu einem Helligkeitspumpen führen. Für echte HDR-Inhalte (UHD Blu-ray, UHD-Streaming-Angebote, neue Spiele auf 4K/HDR-Konsolen), wo die HDR-Metadaten in einem zusätzlichen Datenstrom enthalten sind, schaltet der TV auf HDR-Wiedergabe um samt Local Dimming auf "Hoch". Dies ist bei HDR nötig, um die Spitzenhelligkeit zu erreichen, und ist dafür auch korrekt.


Kinoschwarz (nur bestimmte Modelle)


Hiermit werden bei Filmen, die am oberen und unteren Rand die schwarzen Kinobalken anzeigen (Letterbox), in diesen Bereichen die LEDs der Hintergrundbeleuchtung gedimmt. Mit untenliegendem Edge-LED nicht mehr möglich, daher nur bei älteren Modellen vorhanden. Bekommt man ein Helligkeitspumpen der Balken, kann es helfen, wenn man "Helligkeit" um einen Schritt verstellt.


HDMI UHD Color (UHD-Modelle bis 2018) / Erweitertes Eingangssignal (UHD-Modelle ab 2019)


Mit diesem "HDR-Schalter" signalisiert der TV dem Zuspieler am HDMI-2.0-Port, dass HDR, erweiterter Farbraum sowie die volle Farbauflösung verarbeitet werden kann. Einschalten ist Voraussetzung für HDR über HDMI. Der Schalter wurde wegen Neuerungen bei HDMI 2.0 nötig, so vermeidet man Probleme mit älteren Zuspielern. Bei neuen Modellen im Menü "Externe Geräteverwaltung" zu finden.

Man aktiviert ihn bei HDMI-Geräten mit UHD-Auflösung, die auch HDR, erweiterten Farbraum bzw. volle Farbabtastung liefern. Also etwa bei UHD Blu-ray-Playern und UHD/HDR-fähigen Spielekonsolen.

Ebenso, wenn man einen PC mit 4K-Ausgabe für die Desktop-Arbeit nutzen will. Dafür dann noch HDMI-Quelle am Samsung auf "PC" stellen: So wird keine Farbunterabtastung (Chroma Subsampling) mehr gemacht und man hat fein abgestufte Farben ohne hässliche Farbsäume an feinen Schriften.

Bei Zuspielern, wo eh nicht mit voller Farbabtastung oder HDR gearbeitet wird, lässt man diese Option aus, also bei allen Nicht-UHD-Zuspielern.


HDR+-Modus (nur bestimmte Modelle ab 2016)


Eine statische Bildnachbearbeitung. Wie gut dies funktioniert, kommt auf den Inhalt an. Erklärung im Video. Gamma muss man damit auf 0 stellen (verhält sich anders). Optimalkontrast regelt die Stärke des Modus. Rest wie bei Bildmodus Film, inklusive Weißabgleich. Weitere Bildverbesserer ggf. nochmal ausschalten (das erstmalige Aktivieren des HDR+-Modus kann diese Optionen ungefragt einschalten). "Hintergrundbeleuchtung" muss man ggf. noch anpassen.


Sound


Wenn man den Ton über Soundbar/Receiver etc. hört: Tonmodus auf Standard lassen, "Audioformat" bei TV-Sendungen auf "Dolby Digital" stellen (nicht bei jeder Sendung verfügbar) und bei DVDs/Blu-Rays auf DD oder DTS (ab der 2018er N/QN-Serie wird leider kein DTS-Ton mehr unterstützt). "DTS Neo 2:5" ist nur künstlich und schlecht hochgerechneter Surroundsound. Hat man Probleme mit der Lippensynchronität, kann man unter Ton -> Zusätzliche Einstellungen die "Audioverzögerung" beeinflussen.



Leider wird die Tonspur-Einstellung nicht immer beibehalten. Der TV versucht, das letzte gewählte Audioformat abzuspielen. Spielt man einen Film von Festplatte mit DTS-Spur ab und danach einen mit Dolby-Digital-Spur, wird beim nächsten Film auch nach einer DD-Spur geschaut. Wenn keine da ist, fällt er nicht auf DTS zurück, sondern auf PCM. Bei einer Soundbar merkt man das dann an zu leisem Ton und ausbleibenden Soundeffekten. Idealerweise beim Filmstart checken, ob das richtige Audioformat abgespielt wird, bei Soundbars etc. kann man es sich oft auf deren Display anzeigen lassen.

Soundbars besser per HDMI anschließen, von "HDMI OUT" an der Soundbar zu "HDMI (ARC)" am Samsung. Das oft auch vorhandene Bluetooth ist nämlich eher für die Wiedergabe mittels Smartphones und Tablets gedacht. Da wird nur das A2DP-Bluetooth-Protokoll unterstützt, d.h. verlustbehaftet komprimierter Stereoton. DTS usw. kann man mit Bluetooth komplett vergessen.

Wenn der Filmsound bei Actionszenen etc. zu laut wird, kann man den Punkt "Autom. Lautst." auf "Normal" stellen, um den Dynamikumfang zu begrenzen ("Nacht" begrenzt noch mehr). Dafür müssen die TV-Lautsprecher aktiv sein, also externes Gerät ausschalten, "Autom. Lautst." einstellen, und wieder einschalten.

Für AV-Receiver gibt es bei Dolby Digital diesbezüglich eine seperate Einstellung namens "Dolby Digital-Kompression". Damit wählt man die Stärke der Dynamikkompression (DRC, Dynamic Range Compression). Dolby Digital unterstützt nämlich so eine Dynamikkompression, das heißt, eine Absenkung der lautesten Töne und eine Anhebung der leisesten Töne. Damit will man meist die Nachbarn schonen. Denn wenn man die Lautstärke bei leisen Stellen so regelt, dass man alles versteht, haut es einem sonst bei Explosionen usw. den Putz von der Decke (zumindest wenn man ein gutes Soundsystem hat). Man müsste also ständig die Lautstärke regeln. DRC nimmt einem das ab. Technisch realisiert ist das durch im Audio-Datenstrom vorhandene Metadaten, d.h. bei der Postproduction eines Films hat man schon festgelegt, wie sehr oder wenig eine Stelle dynamikkomprimiert werden soll.

Zu Hause kann man dann auswählen zwischen den Modi Dolby Digital-Kompression HF (nach Dolby-Nomenklatur eigentlich RF) und Dolby Digital-Kompression Line. RF macht mehr Kompression, Line macht weniger Kompression. Zudem kann man mit Line auch beim AV-Receiver selber einstellen, wie sehr die leisen Stellen geboostet und die lauten Stellen abgesenkt werden sollen.


Links


AVS HD 709 Testvideos
Gute Testvideos. MP4 (.exe oder .7z) runterladen, dann z.B. auf USB-Stick entpacken und am TV abspielen. Die wichtigsten Videos sind im Ordner "Basic Settings". Bei HDMI-Zuspielern erstmal per USB direkt am TV einstellen, und danach nochmal über den Zuspieler, falls der die Videos abspielen kann. Dann sieht man direkt, ob die Kombination von Ausgabeformat und HDMI-Schwarzpegel zusammenpasst (s.o.).

Burosch First Check Test Pattern Backup-Link
Gut für den Weißabgleich geeignet. Direkt via USB-Port am TV anzeigen (nicht per HDMI-Zuspieler), da für den vollen Farbraum 0-255 ausgelegt.
Begründung s.o. "Farbraum - voll vs. eingeschränkt".

Testbild in UHD für weiteres Feintuning

Sonstige Testbilder braucht man nicht, schon gar nicht Kostenpflichtige. Siehe oben, "Warum nicht ausschließlich Testbilder z.B. von Burosch benutzen?"

Animationsfilm in diversen Auflösungen und 3D


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